Palliativmedizin & Tierhospiz

Palliativmedizin

Palliativmedizin leitet sich von dem lateinischen Wort palliare ab, das verdecken, ummanteln, verbergen bedeutet. Dies ist so zu verstehen, dass in der Palliativmedizin versucht wird, Symptome zu erleichtern, wenn eine kurative Beseitigung der Erkrankung nicht (mehr) möglich ist oder gewünscht wird.

"Tiermedizinische Palliativversorgung kümmert sich um die Schmerztherapie und die Behandlung anderer Symptome, um die bestmögliche Lebensqualität zu erreichen, unabhängig vom Ausgang der Krankheit. Sie hilft den Familien den Krankheitsprozess zu verstehen und Entscheidungen zu treffen. Palliativversorgung hilft außerdem die Familien emotional zu unterstützen."

Tamara Shearer, Gründerin des Pet Hospice and Education Center


Tierhospiz

"Hospiz ist eine spezielle Form der Palliativversorgung. Sie konzentriert sich auf Patienten in der Endphase einer tödlichen Erkrankung. Hospiz ist eine Erweiterung der Palliativversorgung, die sich an Patienten richtet, die sich dem Tod nähern."

Tamara Shearer, Gründerin des Pet Hospice and Education Center 

 

"Tierhospiz ist ein Konzept der "Wohlfühl-Versorgung" für tödlich kranke Haustiere, klar abgegrenzt von traditionellen Optionen, die den Patienten entweder intensiv behandelten oder auf sofortige Euthanasie hinwirkten, mit praktisch nichts dazwischen."

Karen Marocchino, Gründerin der Nikki Hospice Foundation for Pets 

 

Tierhospiz soll Tierbesitzern todkranker Tiere mehr Möglichkeiten und Zeit mit ihrem Tier geben. Sie sollen sich bestmöglich unterstützt fühlen ihr Tier zu versorgen und Entscheidungen zu treffen. Hierzu gehören sowohl medizinische, pflegerische wie auch emotionale Unterstützung im Alltag. Die letzte Zeit des Tieres soll für das Tier selbst und seine menschliche Familie so  angenehm wie möglich gestaltet werden, eine bestmögliche Lebensqualität ist das wichtigste Ziel.

 

Bis jetzt ist die Tierhospiz-Bewegung leider noch größtenteils auf die USA beschränkt. Das erste „Tier-Hospiz-Symposium” fand dort im Jahr 2008 statt, ein Jahr später gründete sich die „International Association for Animal Hospice and Palliative Care”. Es existieren unterschiedliche Tierhospiz-Modelle – von palliativer Betreuung, die der Halter unter tierärztlicher Anleitung bei sich zu Hause durchführen kann, bis zu einer Rundumbetreuung nach stationärer Aufnahme, die große tiermedizinische Zentren anbieten. Derartige „Hospice Care” ist in der Tiermedizin nicht nur für die unmittelbar letzten Tage und Wochen vor dem Tod vorgesehen. Es geht eher darum, es dem Besitzer zu ermöglichen, ein chronisch krankes Tier auch während längerer Zeiträume zu betreuen und ihm dabei physischen Schmerz und Unwohlsein möglichst zu ersparen.

 

Umstände, unter denen Palliativversorgung und Hospiz in Anspruch genommen werden können, sind:

 


  • die Diagnose einer tödlichen Erkrankung
  • die Diagnose einer chronischen Erkrankung
  • Symptome einer chronischen Erkrankung, die die tägliche Routine des Tieres stören
  • Ein kurativer Behandlungsversuch der Krankheit hat versagt.
  • Die Entscheidung, keine kurativen Behandlungen (mehr) durchführen zu lassen, ist getroffen worden.
  • Ein Tier benötigt intensivmedizinische Langzeitbetreuung.
  • progressive Erkrankungen oder Traumen, die zu gesundheitlichen Komplikationen geführt haben

(Tabelle angelehnt an Shearer und Thayer et al., Copyright Dr. Svenja Joswig )

Das wichtigste gemeinsame Ziel von Tierarzt und Tierbesitzer:

Eine gute Lebensqualität!