Häufige Erkrankungen bei alten Tieren

Die hier gemachte Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern gibt lediglich einen Überblick über einige häufige Krankheitsbereiche. Die Informationen sind hier deswegen auch nur sehr grundlegender Natur. Sollte ihr Tier von einem dieser Krankheitskomplexe betroffen sein, lassen Sie es sich das Krankheitsbild von Ihrem Haustierarzt bitte noch ausführlicher erläutern.

 

 

Gelenkserkrankungen

Gelenkserkrankungen gehören mit zu den häufigsten Erkrankungen bei alten Tieren - und vor allem zu den Erkrankungen die die Lebensqualität durch dauerhafte chronische Schmerzen nachhaltig negativ beeinflussen können. Ist ihr Tier nicht mehr so lebhaft und munter wie früher oder reagiert aggressiv auf Spielaufforderungen anderer Tiere..? NIcht immer müssen altersbedingte Verhaltensänderungen der Grund sein, oft sind es auch Schmerzen bei Bewegungen, die einem Tier auf die Stimmung schlagen. Möglicherweise benötigt ihr Tier eine bestimmte Behandlung oder Schmerzmittel und kann damit sein Leben wieder deutlich unbeschwerter meistern. Auch Physiotherapie kann deutlich helfen durch Muskelaufbau die Gelenke zu entlasten und dem Voranschreiten von Gelenkserkrankungen entgegenzuwirken.

 

Gelenkserkrankungen sind vor allem bei alten Katzen immer noch oft unterdiagnostiziert, obwohl ein Großteil der alten Katzen an Arthrosen leidet. Leider sind ihre Schmerzen oft nur schwer zu erkennen. Sprechen sie mit Ihrem Tierarzt über die Möglichkeit Gelenkserkrankungen bei Ihrem Tier abzuklären und unnötige Schmerzen zu vermeiden.

 

 

Tumoren

Tumoren sind neben Herzerkrankungen die häufigsten Todesursachen bei Hunden und kommen auch bei anderen Tieren häufig vor. Nicht alle Tumoren sind allerdings gefährlich. Vor allem ältere Tiere entwickeln oft auch gutartige Geschwulste zum Beispiel Lipome (Fettgeschwulste).

 

Wichtig ist es aber immer abzuklären, ob eine gutartige oder eine bösartige Veränderung vorliegt und bösartige Tumoren so früh es geht zu erkennen und zu entfernen, bevor sie sich weiter verbreiten können und möglicherweise nicht mehr zu operieren sind.

Sie können mithelfen indem Sie Ihr Tier regelmäßig abtasten (das ist idR. gut mit dem normalen Streicheln zu verbinden;) und bei entdeckten "Beulen" sofort den Tierarzt aufsuchen. Dieser kann dann zum Beispiel mit einer Nadel Zellen aus der Veränderung entnehmen (Feinnadelaspiration) und im Labor untersuchen lassen. Dies ist so gut wie keine Belastung für das Tier und Sie haben schnell Gewissheit, ob eine Gefahr besteht oder nicht.

Einfach zu "gucken ob er größer wird" bringt immer die Gefahr mit sich, dass der Tumor später schwerer zu entfernen ist oder bei Bösartigkeit schon weiter gestreut hat. Überlegen Sie sich dieses Risiko gut und sprechen Sie möglichst früh mit Ihrem Tierarzt!

 

Sollte bei einem sehr alten Tier keine größere OP mehr gewünscht werden, sprechen sie mit Ihrem Tierarzt über eine Palliativbehandlung. Dies ist keine Schande, gerade bei sehr alten Tieren und größeren OPs muss hier manchmal abgewogen werden. Auch eine OP abzulehnen ist ihr gutes Recht als Besitzer, wenn Sie dies eher im Sinne des Tieres vermuten. Mit einem guten Tierarzt sollten Sie genauso offen auch über diese Option und eine Palliativbehandlung sprechen können. Ihr Tier muss aber auf jeden Fall unter tierärztlicher Betreuung bleiben, denn es muss auf jeden Fall verhindert werden, dass ein nicht operierter Tumor Schmerzen verursacht, gegen die nichts unternommen wird.

 

Herzerkrankungen

Auch bei alten Tieren steigt im Alter die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen an. Zwar ist ein Herzinfarkt bei Hund etc. so gut wie unbekannt, aber ein Nachlassen der Herzleistung, vor allem durch eine nachlassende Dichte der Herzklappen kommen auch bei alten Tieren häufig vor. Bei Hunden gehören Herzkreislauferkrankungen sogar wie beim Menschen zu den häufigsten Todesursachen.

 Eine Ausschluss möglicher Herzerkrankungen ist darum ein wichtiger Teil der tierärztlichen Untersuchung älterer Tiere. Neben dem reinen Abhören kann wenn gewünscht auch ein Herzultraschall oder EKG weitere Klarheit bringen. Liegt eine Herzerkrankung vor, kann deren Voranschreiten zwar nicht mehr ganz verhindert werden, aber verschiedene Medikamente können die Symptome mildern und das Voranschreiten zumindest verzögern.

 

 

Senile Demenz - das kognitive Dysfunktionssyndrom

Zu den altersbedingten Erkrankungen der gehört u.a. das kognitive Dysfunktionssyndrom, auch senile Demenz genannt. Es handelt sich um eine kognitive Erkrankungen bei Hunden und Katzen (und in Verschiedenem Ausmaß auch anderen Tieren), die der Alzheimer-Erkrankung des Menschen ähnelt.

 

Am besten beschrieben und am deutlichsten ausgeprägt sind die Symptome bei Hunden. Bei der "Senilen Demenz" kommt es im Laufe der Zeit zu einer Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten und somit des Verhaltens eines Tieres. Diese Beeinträchtigung beeinflusst meist deutlich den normalen Alltag von Tier und Halter. Diese Tatsache muss beachtet werden, da sich die Verhaltensänderungen im Anfangsstadium oft nicht von normalen, „gesunden“ Alterungsprozessen abgrenzen lassen. Zu den normalen Prozessen gehören beispielsweise Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus sowie eine reduzierte Lern- und Erinnerungsfähigkeit.

 

Die häufigsten Symptome des "Alzheimer" werden beim Hund üblicherweise in den fünf Leitsymptomenkomplexen Desorientiertheit, veränderte Interaktionen mit bekannten Personen/Tieren, veränderter Schlaf-Wach-Rhythmus, Stubenunreinheit und veränderte Aktivität zusammengefasst. Ihre Ausprägung kann individuell sehr unterschiedlich sein. Einzelne Symptome müssen auch noch nicht zwangsläufig eine Erkrankung belegen, das Zusammentreffen mehrerer Symptome macht sie allerdings wahrscheinlich.

 

Sollten Sie eine Demenz bei Ihrem Tier vermuten, klären sie die Symptome möglichst früh mit Ihrem Tierarzt ab! Ein Voranschreiten der Krankheit kann nicht gänzlich verhindert werden, aber ein früher Therapiebeginn kann im Optimalfall helfen den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und möglicherweise kann Ihr Tierarzt Sie auch beraten wie sie die Symptome im Alltag besser managen können. Eine regelmäßige tierärztliche Betreuung (Wiedervorstellung mindestens alle 6 Monate) ist empfehlenswert um das Voranschreiten der Krankheit beurteilen zu können.

 

 

Nierenerkrankungen

Vor allem Katzen, aber auch Hunde, entwickeln im Alter sehr häufig Nierenerkrankungen. Deswegen sollten die Nierenwerte alter Katzen auch regelmäßig - am besten alle 6 Monate - überprüft werden.

 

Zusätzlich ist es empfehlenswert Katzen schon in jüngeren Jahren an verschiedene Futtermittel zu gewöhnen, da bei einer Nierenerkrankung eine Umstellung auf ein bestimmtes Schonfutter dringend angeraten ist und wenn die Katze an verschiedene Futtermittel gewöhnt ist diese Umstellung erleichtert werden kann. Auch auf eine ausreichende Wasseraufnahme sollte geachtet werden, da sich diese positiv auf die Niere auswirkt. Sollte die Katze nicht genug trinken kann dieses Problem manchmal mit etwas Schmackhaftem im Wasser (z.B. Thunfisch), der Umstellung auf Feuchtfutter oder dem Einweichen des gewohnten Trockenfutters in Wasser gelöst werden.

Es ist auf jeden Fall sinnvoll auch ohne eine Veränderung der Nierenwerte bei älteren Katzen auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und eine ,,nierenfreundliche" Futterzusammensetzung zu achten - unter anderem da die Nierenwerte im Blut leider erst Veränderungen zeigen, wenn schon ein Großteil der Niere unwiederbringlich geschädigt ist.

 

 

Erkrankungen der Schilddrüse

Bei älteren Tieren sind Erkrankungen der Schilddrüse nicht ungewöhnlich, die sich auf den ganzen Stoffwechsel eines Tieres auswirken können.

Bei Katzen kommt häufiger eine Überfunktion (Hyperthyreoidismus), bei Hunden häufiger eine Unterfunktion (Hypothyreoidismus) der Schilddrüse vor. Auch diese Erkrankung kann vom Tierarzt durch eine Untersuchung der Blutwerte beim Geriatrie-Check erkannt werden.

 

 

Diabetes

Besonders übergewichtige Katzen haben ein erhötes Risiko einen Diabetes zu entwickeln. Dieser wird diagnostiziert indem der Blutzuckergehalt bestimmt wird. Dies ist allerdings besonders bei Katzen manchmal nicht einfach zu deuten, da der Blutzucker bei ihnen auch in Stresssituationen erhöht sein kann. Manchmal ist deswegen eine wiederholte Untersuchung notwendig, um die Diagnose zu bestätigen. 

 

Wurde ein Diabetes bestätigt muss die Katze regelmäßig eine für sie passende Dosis Insulin erhalten und auch Blutzucker gemessen werden. Für viele Besitzer bedeutet dies zunächst eine Herausforderung, kann aber mit der richtigen Anweisung durch einen geduldigen Tierarzt oft relativ bald problemlos gemanagt werden.

 

 

Und leider noch so einge mehr....

Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Krankheitskomplexe, die besonders bei älteren Tieren auftreten können. Vor allem die Liste der Stoffwechselerkrankungen ist hier lang..

 

Momentan war meine Zeit leider begrenzt, so dass ich mich etwas beschränken musste, aber ich habe vor die Liste hier immer noch etwas weiter zu ergänzen, wenn ich Zeit habe.

 

Einfach immer mal wieder reingucken..

Das wichtigste gemeinsame Ziel von Tierarzt und Tierbesitzer:

Eine gute Lebensqualität!